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| Foto: h.koppdelaney |
Mit der Angabe einer Kontoverbindung oder der Nutzung von PostIdent ließ sich schon zuvor eine Online-Verbindung einer Offline-Person zu ordnen. Allerdings nicht so richtig, denn Bankkonten werden gelegentlich von mehreren Personen genutzt, und generell waren diese Identifizierungen zwar nützlich, aber eben auch lästig. Nutzer von Facebook oder Google+ hingegen haben Spaß daran, online ihre Persönlichkeit darzustellen. Das ist ein grundlegender Unterschied zur lästigen Identifizierung über Mikroüberweisungen, SMS-Bestätigung oder gar Ausweisvorlage. Nicht anonym zu sein, macht neuerdings Spaß. Man kann auch online jemand sein.
Die sozialen Netzwerke entwickeln sich zu Identitätsdienstleistern. Über Facebook, Google+ oder Wordpress identifizieren sich Nutzer auch auf anderen Websites. Derzeit ist das meist auf Kommentarfunktionen beschränkt, aber Google kann zumindest bei den meisten Android-Nutzern auch finanzielle Dienste leisten. Apps für das Smartphone kaufen, ist so einfach, weil wir eben nicht mit jedem Programmierer direkt Bankdaten austauschen müssen. Google identifiziert uns und wickelt auch die Finanztransaktion ab. Gleiches leistet Apple im iStore.
Wenn soziale Netze Kommunikation, Identifikation und Geschäftstransaktionen leisten, könnten Sie nicht auch andere elektronische Dienste erleichtern? Insbesondere wenn immer mehr Gegenstände Anschluss ans Internet erhalten? Wenn der Kühlschrank direkt im Supermarkt bestellen soll, muss sich das Gerät für seinen Besitzer identifizieren und Geld überweisen. Wenn das Auto wissen soll, wie die Anzeigen auf der Windschutzscheibe optimiert werden sollen, muss es den Fahrer erkennen.
Das geht sicher alles auch ohne soziale Netze. Aber wenn wir die doch ohnehin nutzen und noch dazu mit Spaß, erwarten wir dann nicht, dass der Kühlschrank und das Auto kompatibel sind?

